Warum das bedingungslose Grundeinkommen verboten gehört
Mit dem heutigen Tage ist eine Petition für die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommen vom Petitionsausschuss des Bundestages zur Verhandlung angenommen worden. Der folgende Artikel legt dar, dass das Grundeinkommen daran scheitern wird, dass es dem Allgemeinwohl dient und den Interessen der Geld- und Produktionsmittel-Elite dieses Landes zuwiderläuft.
Schon seit längerem geht das Gespenst namens
"Bedingungsloses Grundeinkommen" um. Ohne jede Arbeitsverpflichtung soll
es jeden Bürger der Republik zustehen und ihm ein auskömmliches
Einkommen garantieren, unabhängig von den Eskapaden der Wirtschaft.
Gegenstand dieses Artikels soll nicht die Finanzierbarkeit des
Grundeinkommens sein. Hierzu sind eine Vielzahl von Entwürfen entwickelt
worden, man möge sich vertiefend bei dem Netzwerk
Grundeinkommen informieren. Auch die Gegner des bedingungslosen Grundeinkommens bezweifeln
offenbar nicht ernsthaft die Finanzierbarkeit und beschränken sich eher
auf moralinsaure Argumentationsketten. Handfeste finanzielle Argumente gegen das Grundeinkommen scheint es
daher nicht zu geben. Woran sollte also das bedingungslose
Grundeinkommen scheitern ? Das grundsätzliche politische und wirtschaftliche Problem am
bedingungslosen Grundeinkommen ist, dass es dem Allgemeinwohl (1) dient
und weiterhin dass mit dem Grundeinkommen die sogenannte
Arbeitsmarktproblematik obsolet werden würde (2). Wer glaubt, dass sich die bisherigen Regierungsparteien CDU, CSU,
SPD, FDP und Grüne dem Allgemeinwohl verpflichtet fühlen ist schlicht
naiv. Man gehe nur auf die Website Parteispenden.unklarheiten.de
und mache sich ein Bild, wie unsere politische Landschaft von der
Wirtschaft gesponsort wird. Ja, natürlich ist nicht jedes Parteimitglied dieser Parteien ein
Agent der Wirtschaft, aber diese Ausnahmen bestätigen wie immer die
Regel. Die Leser die sich nun zu Unrecht in Verdacht gebracht fühlen,
sei geraten innerhalb ihrer Parteien auf eine Satzung zu drängen, welche
die Annahme von Spenden von Kapitalgesellschaften verbietet, wäre doch
mal eine Maßnahme. Dass die eben genannten Parteien eine Politik zu Gunsten der "oberen
Zehntausend" verfolgen, zeigt sich auch an den Ergebnissen: Ein Prozent
der Bevölkerung verfügen über fast ein Viertel des Gesamtvermögens in
der Bundesrepublik Deutschland, Ein Prozent der Bevölkerung der Bevölkerung verfügen
über annähernd ein Viertel des Gesamtvermögen in Marktzyniker vom
10.10.2009. Vermögensverteilungsstudie: Beamtenbashing statt
Vermögenssteuerdiskussion in Marktzyniker vom 19.1.2010. Ein bedingungsloses Grundeinkommen wird den Widerspruch von Ökonomie
und Wirtschaftspolitik überwinden und damit dem Allgemeinwohl dienen. Der momentane Widerspruch liegt darin, dass die Ökonomie darauf
abzielt mit wenig Aufwand ein bestimmtes Ziel zu erreichen
(Minimalprinzip) oder mit einem bestimmten Aufwand ein möglichst hohes
Ergebnis zu erzielen (Maximalprinzip), also im Ergebnis möglichst
aufwandlos und damit letztendlich "beschäftigungsökonomisch" Güter und
Dienstleistungen bereitzustellen. Ziel der Wirtschaftspolitik ist es im Moment dagegen möglichst viele
Menschen in Arbeit zu bringen, was eigentlich unökonomisch ist und im
Ergebnis dazu führt, dass Arbeit quasi "veranstaltet" wird. Mit erheblichen Kostenfolgen für den Steuerzahler, man denke nur an
die Wirtschaftsförderung, welche letztendlich nur auf die Schaffung von
Erwerbsarbeit abzielt und selbst dieses Ziel nicht erreicht.
Subventionen führen zu einer Standortkonkurrenz zwischen Kontinenten,
Ländern, Bundesländern und Landkreisen, welche über die Faktoren
Subvention und Sozialstandards ausgetragen wird. Im Ergebnis ein
Nullsummenspiel für den steuerzahlenden Arbeitnehmer, aber ein Gewinn
für das Unternehmertum. Zunächst ist die Arbeitsmarktpolitik ein gutes Profilierungsfeld für
politsche Dünnbrettbohrer. Man denke beispielsweise nur an Roland Koch
aus Hessen, mit seinen Hetzsprüchen gegen angeblich faule Arbeitslose. Was wäre der arme Mann geworden, ohne das Thema Arbeitslosigkeit ?
Wahrscheinlich arbeitslos! Dank dem Umstand, dass Arbeitslosigkeit im
Moment noch ein Problem darstellt kann er den sogenannten Eliten dienen.
Er spaltet die Bevölkerung in "gute" Arbeitnehmer und "faule"
Arbeitslose. Erwerbsarbeit wird dadurch zu einem Statussymbol für die
breite Masse der Bevölkerung. Und Statussymbole wollen bezahlt sein,
häufig mit faktischen Lohneinbußen, zumindest im Niedriglohnsektor. Immer mehr arbeiten für weniger Geld IAQ mit aktuellen
Zahlen zum Niedriglohnsektor Pressemitteilung des Institutes für
Arbeit und Qualifikation an der Universität Essen vom 9.7.2009. Anerkennung ist billiger als harter Euro in der Lohntüte. So mahnt
etwa eine irgendwie geartete "Initiative Mittelstand" zu höherer
Wertschätzung der eigenen Mitarbeiter, da Wertschätzung der wichtigste
nichtmonetäre Erfolgsfaktor sei. Mitarbeitermotivation: Studie identifiziert fehlende
Wertschätzung als Motivationsbremse Nr.1 in "Perspektive Mittelstand
vom 19.8.2009. Wobei auch mit Anerkennung noch gegeizt wird, zumindest vom
Gesetzgeber. So spricht dieser ulkigerweise im Mutterschutzgesetz in § 3
nicht von einem "Arbeitsverbot" für werdende Mütter, sondern von einem Beschäftigungsverbot Offenbar ist der Gesetzgeber der Meinung, dass Frauen im
gebärfähigen Alter nicht produktiv arbeiten können, sondern nur
"beschäftigt" werden können. Beschäftigt werden eigentlich nur Kinder im
Kindergarten oder neuerdings auch Tiere im Zoo, zwecks Vermeidung eines
Käfigkollers und allgemeiner Langeweile. "Zootiere - Der Kampf gegen Langweile" von Jasmin Michels in Kölner
Stadtanzeiger vom 27.10.2009 Etwa staatlich gefördertes Kontrollpuzzeln gebrauchter
Puzzle-Spiele, bevor diese an Kinderheime weitergegeben werden. Man
nehme sich ca. 45 Minuten Zeit und schaue sich die WDR-Dokumentation
"Die Armutsindustrie an". Die
Armutsindustrie Dokumentarfilm des Westdeutschen Rundfunks" via
youtube.com. Und überhaupt ist Arbeitslosigkeit ein riesen Geschäft. Entlässt ein
Unternehmen Mitarbeiter, so steht sofort ein Haufen Firmen bereit,
Transfergesellschaften zu gründen, die eigentlich nichts bringen, außer
fette Gewinne für eben die Krisenprofiteure. Beschäftigung: Transfergesellschaften als Gewinner
von Cornelia Schmergal in Wirtschaftswoche vom 28.1.2010. Mit der Einführung eines auskömmlichen bedingungslosen
Grundeinkommens gäbe es damit keine vernünftigen Gründe mehr, Geld dafür
auszugeben, dass Menschen in Arbeit kommen. Arbeitnehmer könnten
darüberhinaus auf Augenhöhe mit potentiellen Unternehmern verhandeln. Es
würde tatsächlich ein Arbeitsmarkt entstehen. Ein skandalöser Gedanke für unser geheiligtes Unternehmertum. Marktzyniker meint: Man kann für oder gegen ein bedingungsloses
Grundeinkommen sein, aber jeder der sich mit dem Thema beschäftigt ,
sollte die - ohne Anspruch auf Vollständigkeit- genannten Aspekte
beachten und in die Diskussion einbringen. Marktzyniker hofft, dass die
Petition eine lebhafte öffentliche Diskussion auslöst. Dem Argument, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen zu einem
Lohndumping führen wird, kann entgegnet werden, dass diesem mit einem
Mindestlohn begegnet werden kann oder indem man die ersten "handvoll
Euros" verhältnismäßig hoch mit Abgaben belastet und ab einem gewissen
Schwellenwert die Abgaben insgesamt senkt und dann im Verhältnis wieder
steigen lässt.
Quelle ist der Blog Marktzyniker Der Bericht ist also nicht mir, aber er
beschreibt das was ich denke in einer doch Zynischen Art und weise, der
ich nur zustimmen kann! Übrigens hat er noch einige weitere interessante Beiträge verfasst,
schaut einfach mal rein zum Lesen!
Zusammenfassend: Sozialsysteme: Geld ohne Arbeit von Florian Junker in
Focus-Online vom 11.4.20071. Allgemeinwohl als Hindernis
Tendenz weiter steigend.
2. Arbeitsmarktpolitik
Die Erkenntnisse aus der Zoologie
standen vielleicht auch Pate bei der Erfindung der sogenannten
Arbeitsgelegenheiten, welche nun häufig tatsächlich nur Beschäftigung sind.


