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Artikel "Uns geht die Arbeit aus" von Monika Knobling- Klöver

erstellt von Michael Stumpf zuletzt verändert: 27.01.2010 16:58

Artikel "Uns geht die Arbeit aus" von Monika Knobling- Klöver

Uns geht die Arbeit aus,..... die von der alten Sorte und es wird eine richtige Plackerei....,


Arbeit neu zu denken.

 

 

So beginnt ein Artikel in dem Wirtschaftsmagazin: brand eins, Sept. 2009
von Wolf Lotter
 
Eigentlich wissen alle Bescheid...
der Abstieg der Industriegesellschaft hat in den 70iger Jahren begonnen.
Die sogenannte Dienstleistungsgesellschaft hat auch die vielbeschworene Vollbeschäftigung nicht hervorbringen können.
Die Finanzkrise hat eigentlich die Konsumkrise nur verdeckt. Eigentlich weiß jeder Bescheid.
Mit Zahlen belegt, von unabhängigen Wirtschafts- - und Sozialwissenschaftlern hundertfach beschrieben,....
uns geht die Arbeit aus.
Schon 1958 schrieb Hanna Arendt in ihrer „ Vita activa“:
„ Wir sind eine Arbeitsgesellschaft, der die Arbeit ausgeht, also die einzige Tätigkeit auf die sie sich noch versteht “!

Ein Vergleich

Wolf Lotter stellt unsere momentane, gesellschaftliche Situation in einen witzigen Vergleich,.......
das Hamsterrad, jedem bekannt, steht nicht gerade für sinnvolle Tätigkeit, es führt niemals zu einem Ergebnis, sozusagen tritt man auf der Stelle.
Der Hamster, der so richtig erst nach dem zweiten Weltkrieg zum beliebtesten Haustierchen wurde, in einer Hoch-Zeit der Vollbeschäftigung, des Aufbaus und des Wachstums dreht unermüdlich seine Runden in diesem Rad.
Wir sind eine Hamstergesellschaft geworden für die nichts schlimmer ist, als der Verlust dieses Laufrades,- wir nennen es Arbeit.
Das Fauchen, Brummen und Zähneklappern des Hamsters nennen wir Hartz 4.
Unermüdlich werden uns von den Politikern in Wahlkampfzeiten neue Laufräder versprochen,.......
wer das am besten kann wird gewählt und ist ein Goldhamster.

Ordnung

Die Vollerwerbsgesellschaft wird weiterhin beschworen, gegen jede Vernunft.
Die Beibehaltung der alten Arbeits- und Gesellschaftsordnung garantiert uns ja auch Ordnung im klassischen Sinne, so möchten wir es gerne glauben:“  Vattie und auch Muttie gehen morgens zu einer festgeschriebenen Zeit aus dem Haus und kommen abends zur festgeschriebenen Zeit wieder heim.
Die Kinder sind tagsüber in öffentlichen Einrichtungen.
Alles ist überschaubar und kontrollierbar.
Ordnung eben !
Wer keine Arbeit hat, verstößt gegen diese Ordnung und muss bestraft werden.
Im 17.Jhdt. unter dem Sonnenkönig in den berüchtigten Arbeitshäusern und auch in den Niederlanden wurden die Faulen in enge Verließe gesperrt, die man mit Wasser flutete, wenn die Opfer nicht wie verrückt mit einem Hebel das Wasser abpumpten ertanken sie.
Bestimmt auch heute noch eine „attraktive“ Maßnahme“ gegen Faulheit, in so manchen Köpfen, denn Arbeit muss sich wieder lohnen! Und Disziplin muss sein.

Verengte Arbeitsbegriffe

Die Beibehaltung der alten Arbeits- und Gesellschaftsordnung kann nur noch durch permanente „ Abwrackprämien“ geschehen.
Die Volksparteien haben damit dass Kunststück fertig gebracht einen dritten Weg
zwischen Markt und Planwirtschaft zu installieren, - die Erhaltungswirtschaft-!
( brand eins, Sept. 2009 Wolf Lotter )
Laut Bericht des Deutschlandfunks : „ Wirtschaft ohne Wachstum“ ( Manfred Greffrath ),haben wir im Zuge der Industrialisierung –den- Arbeitsbereichen besondere Wertschätzung entgegen gebracht, die vordergründig eine hohe Wertschöpfung erbracht haben, Beispiel, Autoproduktion, der Ressourcenverbrauch, die Umweltverschmutzung, erscheinen nicht in der Endrechnung, das ist eine katastrophale Entwicklung.
Alle kulturellen und sozialmenschlichen Arbeiten, die keine sogenannte Wertschöpfung haben, wurden völlig entwertet.
Wer Maschinen baut, erhält Lohn, wer Kinder erzieht, alte und kranke Menschen pflegt, eine Arbeitsaufwandentschädigung.
Es gleicht einem kulturellen Schock den wir erfahren müssen um aus den alten Denkmodellen zu erwachen.
Die Frage ist, - nach welchen Kriterien soll die Bewertung der Arbeit geschehen?
Zum Beispiel nach dem Prinzip der Notwendigkeit.
Wenn der Kranke oder Demente nichts zu essen bekommt, dann tut der, der ihn füttert eine notwendige, also wertvolle Arbeit.
Wenn ein Auto weniger auf den Markt kommt, wäre das kein großer „ Verlust“.
Das ist ein ganz anderer Blick auf die Zusammenhänge in einer lebenswerten Gesellschaft, in der nicht das Prinzip der Konkurrenz vorherrscht, sondern das Wesen der Kooperation zur Grundlage wird.
Führende Experten kommen zu dem Ergebnis, das im 21. Jhdt. nicht mehr als ein fünftel der erwerbsfähigen Bevölkerung der OECD Staaten noch eine lohnabhängige Arbeit haben werden.
Das ist, wie zum Beispiel Lord Dahrendorf 1986 schon schrieb der springende Punkt:
die Entkoppelung von Arbeit und Einkommen.
Er war einer der vielen Befürworter des bedingungslosen Grundeinkommens und warnte davor, - das Ende der Arbeitsgesellschaft zu ignorieren -!
Menschen die keinen Zugang mehr zur Erwerbsarbeitswelt haben verlieren Ihre Staatsbürgerrechte.
Und genau das liegt ja längst vor, bei der völlig vernunftlosen Schikane durch die Hartz 4 Gesetze, die auch ökonomisch keinen Sinn ergeben.
Die Folge ist keine Revolution, „ die Nichtprivilegierten tun so etwas bekanntlich nicht,“ so Ralf Dahrendorf, „ aber sie werden sich nicht mehr an Normen gebunden fühlen. Sie zweifeln unsere Rechts und Sozialordnung an. Und diese Zweifel fräßen sich von dieser Bürgerschicht in die offizielle Gesellschaft der Mehrheit“.
Symptome dieser Entwicklung sind heute überall zu beobachten.
Er fordert zum Schutze der Grundfesten unserer Gesellschaft ein Verfassungsrecht auf ein garantiertes Grundeinkommen, gleichrangig mit dem Wahlrecht, dem Recht auf Meinungsfreiheit und der Gleichheit vor dem Gesetz.
 
Monika Knobling- Klöver
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